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Richtiges Lüftungs- und Heizverhalten

Richtiges Lüften - Folgendes ist zu beachten:

Einige Angaben wie viel Feuchtigkeit in einem Haushalt pro Tag produziert werden kann (ca. Werte):

  • Mensch - 1,0 bis 1,5 Liter
  • Kochen - 0,5 bis 1,0 Liter
  • Duschen - 0,5 bis 1,0 Liter
  • Wäsche - 2,0 bis 3,5 Liter
  • Topfpflanzen - 0,5 bis 1,0 Liter

Der durchschnittliche Feuchtegehalt in einem 3-Personen-Haushalt liegt ca. bei 66,5 Liter pro Woche.

Achtung:

Bei Schimmelbefall nicht Querlüften! Schimmelsporen verteilen sich im ganzen Haushalt!

 

Einige Tipps:

Täglich mindestens drei bis vier Mal lüften. Dabei die Fenster immer ganz öffnen. Die Häufigkeit und Dauer der Stoßlüftung hängt aber im Einzelfall von der Wohnungsbelegung und der Feuchteproduktion ab. Die Stoßlüftung soll nicht beliebig lang, sondern eher kurz in Abhängigkeit von der Außentemperatur erfolgen.

Bei zusätzlicher Feuchteproduktion wie z.B. kochen, bügeln, Wäsche trocknen udgl. ist ein vermehrtes Lüften erforderlich.  

Eine einprägsame Faustregel dazu:

  • bei Frost 2 bis 3 Minuten
  • bei 0° bis 5° C ca. 5 Minuten
  • bei 5° bis 10° C bis 10 Minuten
  • bei 10° bis 15° 10 bis 15 Minuten

Beim Lüften wird feuchte Warmluft gegen trockene Frischluft getauscht. Das funktioniert im Winter wie bei der Lüftung in Ihrem Kraftfahrzeug. Bei Nebel und Regen ist gutes Lüften genauso wichtig. Die kalte Außenluft mit 90 bis 100% relativer Feuchte wird beim Aufwärmen zur trockenen Luft.

Das Kippen der Fenster hat in der Heizperiode nur nachteilige Auswirkungen! Es wird dadurch der Luftaustausch beeinträchtigt  und durch die kalte einströmende Außenluft die Fensterlaibung sowie die Decke oberhalb des Fensters zu sehr ausgekühlt, sodass das Schimmelpilzwachstum gefördert wird.

In Küchen beim Kochen und im Bad nach der Benutzung gründlich lüften. Kurzzeitiger, kontrollierter Luftaustausch kostet nicht viel Heizenergie!

Türen zu Räumen mit erhöhter Dampfbildung (z.B. Bad) geschlossen halten, ebenso zwischen beheizten und kühleren Räumen!

Ungenutzte Räume nicht auskühlen lassen, sondern immer leicht temperieren.

Kühlere Räume sind stärker gefährdet. Daher bei Bedarf auch die Schlafzimmer tagsüber temperieren und lüften!

Kleine, hoch geflieste und schlecht belüftete Badezimmer sind anfällig! Hier hilft das Abwischen von Wanne und Fliesen nach dem Duschen bzw. Baden.

Entfernen Sie Luftbefeuchter und Zimmerbrunnen! Meist ist Luft nämlich zu feucht statt zu trocken!

Besondere Lüftungsregeln gelten für Kellerräume im späten Frühjahr und im Sommer, wenn die Außentemperatur höher und die Luft feuchter ist als die Temperatur und Feuchte im Keller.

In diesen Jahreszeiten sollte nur zeitig in der Früh, spät Abends oder nachts gelüftet werden, da die warme feuchte Luft am Tag viel Feuchtigkeit in den Keller transportieren würde, die sich an den kalten Wänden niederschlagen könnte. 

Richtiges Heizen:

Die Wohnung sollte gleichmäßig beheizt werden.  

Die Temperatur in ungenutzten Zimmern sollte nicht unter 16°C - 17°C fallen. Kühlere Räume nicht über geöffnete Türen zu beheizten Nachbarräumen temperieren. Wer nachts kalt schläft, sollte das Schlafzimmer tagsüber einmal durchheizen.

Allgemeine Tipps:

Damit tapezierte Wände nicht wie eine Dampfsperre wirken, sollte auf abwaschbare, kunststoffbeschichtete Tapeten verzichtet werden.

Für Wandfarben gilt im Prinzip das Gleiche: Je wischbeständiger und wasserfester eine Farbe ist, umso geringer ist ihre Atmungsaktivität. Zu empfehlen sind Kalk-, Silikat bzw. Mineralfarben sowie Antikondensationsanstriche. Sorptionsfähige (=Wasserdampf aufnehmende und wieder abgebende) Oberflächen von Wänden und Einrichtungsgegenständen können immerhin bis zu 40% der Raumfeuchte aufnehmen.

Auch für die Einrichtung der Wohnung gilt, dass man durch die Verwendung atmungsaktiver Materialien, die Luftfeuchte aufnehmen können und bei zu trockener Raumluft wieder abgeben können, der Bildung Schimmelpilzen entgegenwirken kann.
Dem Fußboden kommt als große Raumfläche eine wichtige Funktion bei der Regulierung des Raumklimas zu. Teppiche oder Fußbodenbeläge aus Naturmaterialien (ohne Zusatz- ausrüstung) wie Schurwolle, Kokos, Sisal, Jute oder Ziegenhaar und einer Rückenbeschichtung aus Naturlatex oder Jute können im Gegensatz zu reinen Synthetikteppichen Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen.
Auch Holzfußböden tragen bei einer offenporigen Oberflächenbehandlung (Naturharzöle, Wachse oder Lauge) zu einem gesunden und feuchtigkeitsausgleichenden Raumklima bei.

Vorhänge aus Naturfasern sollten Vorhängen aus Synthetikfasern vorgezogen werden. Vorhänge aus Baumwolle, Baumwollmischgewebe und Leinen sollten möglichst nicht als "pflegeleicht" deklariert sein, da durch das Vernetzen der Zellulosemoleküle mit Formaldehydharzen der Stoff zwar knitterfrei wird, gleichzeitig aber die Feuchtigkeitsaufnahme der Fasern behindert wird.