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Behandlung und Sanierung

Nachdem die Ursache ermittelt und behoben wurde, kann mit der Sanierung begonnen werden.

Auszug aus dem Ergänzten Positionspapier zu Schimmelpilzen in Innenräumen des Arbeitskreises Innenraumluft am Bundesministerium für land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft vom 27.03.2010:

"Die Sanierung von schimmelpilzbefallenen Materialien muss das Ziel haben, die Schimmelpilze vollständig zu entfernen. Befallene, einfach zu demontierende Wand-Deckenkonstruktionen oder Verschalungen sind im jedem Fall zu ersetzen. Eine bloße Abtötung reicht nicht aus, da auch von abgetöteten Schimmelpilzteilen allergische, reizende oder auch toxische Wirkungen ausgehen können."

Achtung:

"Die Verwendung von Fungiziden in Innenräumen als Sanierungsmaßnahme wird nicht empfohlen, da hierdurch zusätzliche toxische Substanzen eingebracht werden. Eine Desinfektion von Innenräumen durch Sprüh- oder Vernebelungstechniken ist bei einer fachgerechten Sanierung ebenfalls nicht nötig, sie stellt oft sogar ein Gesundheitsrisiko dar oder führt zu persistenten Gerüchen."

Auch das Einsetzen von Essiglösungen wird nicht empfohlen: Essig (pH-Wert von 2) neutralisiert alkalische Inhaltsstoffe vieler Baustoffe und bringt zudem organische Bestandteile auf die behandelnden Flächen, die einen Wachstumsfaktor für Schimmelpilz darstellen.

Bei der Sanierung tritt die Verordnung biologischer Arbeitsstoffe (VbO 1998) in Kraft. Diese regelt die Tätigkeit mit biologischen Arbeitsstoffen wie Schimmelpilze, zum Schutz des Sanierenden und zum Schutz des Dritten. Während der Sanierung sind die angrenzenden Räumlichkeiten (nach Einteilung der Gefährdungsklasse) so abzuschotten, dass ein eventueller Sporenflug eingeschränkt werden kann.

Sanierungsvorgang:

Grundsätzlich: Ursache erkennen - Ursache beheben - sanieren

Die Schimmelsporen werden in erster Linie gebunden, so dass der Sporenflug während den Sanierarbeiten eingeschränkt wird. Danach wird der bionische Befall mittels Putzfräse mit H-Absaugung (Hepa-Filter,  High Efficiency-Particulate Airfilter max. Durchlassgrad 0,0005%) über die Befallsgrenze abgefräst. Stark kontaminierte Putze abschlagen.

Bei starker Sporenkonzentration wird zusätzlich der Sanierungsbereich in Unterdruck versetzt, die Sporen mittels Hepa-filter gefiltert und so die gereinigte Innenluft ins Äußere abgeführt.

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Danach werden die abgefrästen Bauteile mit alkalischem Putz wieder hergestellt. Jetzt können (nach entsprechender Trocknungszeit des Putzes) die Bauteile wieder beschichtet werden. Empfehlenswert sind alkalische Farben wie z.B. Silikatfarben oder auch Kalkfarben. Diese Beschichtungen sind diffusionsoffen, haben einen geringen Anteil an organischen Zuschlägen, weisen einen hohen pH-Wert auf und sind somit Schimmelpilzhemmend.

Empfohlen werden auch Beschichtungen auf Kalzium-Silikat-Basis, diese sind hydrophil eingestellt und haben den großen Vorteil die Feuchte/Wasser der Luft aufzunehmen bzw. zwischen zu speichern und wieder abzugeben .Dadurch wird der Tauwasserausfall verzögert und somit die Gefahr des Schimmelpilzwachstums verringert.

Nach Abschluss der Schimmelpilzsanierung ist gemäß:

Schimmelpilzsanierungsleitfaden des Umweltbundesamtes www.umweltbundesamt.de sowie Positionspapier zu Schimmelpilzen in Innenräumen www.lebensministerium.at
Qualitätskriterien des Bundesverbandes für Schimmelsanierung und technische Bauteiltrocknung
www.bv-schimmel.at eine FEINREINIGUNG  der betroffenen Räume ggf. der gesamten Wohneinheit, empfohlen:

Ebenso  sollte der  Sanierungserfolg mit der Gefährdungsklasse 3 unbedingt, Gefährdungsklasse 2 angeraten, von unabhängigen Gutachtern kontrolliert und dokumentiert werden.

Ein häufiges Problem bei Schimmelpilzsanierungen sind sogenannte Wärmebrücken, hervorgerufen durch bauliche Mängel.

Erklärung:

Durch die "Wärmebrücke" sinkt im Innenbereich die Wandoberflächentemperatur ab, sodasses an dieser Stelle zu einem Tauwasserausfall kommt (Kondensation von dem in der Luft liegenden Wasserdampf) und somit der Nährboden für Schimmelpilzwachstum, gegeben ist. Da die Außensanierung (Fassade, Dach, etc....) oft mit sehr hohen Kosten verbunden ist, besteht die Möglichkeit, im Innenbereich mittels sogenannter Clima Platten zu sanieren. Clima Platten (Kalcium-Silikatplatten) sind sehr hydrophil eingestellt (wasserliebend) das bedeutet, dass diese sehr viel Wasser aufnehmen können und über die Diffusionsoffenheit während des Lüftens wieder an die Raumluft abgeben. Weiters sind die Clima Platten wärmedämmend und weisen einen hohen pH-Wert auf. Jedoch ist bei der Innendämmung höchste Vorsicht geboten, da es durch die Taupunktverschiebung zu erheblichen Folgeschäden kommen kann. Somit sollte diese Art der Sanierung nur in Verbindung mit einem Bauphysiker durchgeführt werden.